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Publikationen & Jahrbücher

Aktuelles Forschungsergebnis

Zu Beginn dieses Jahres wurde das Forschungsprojekt von Federico Tavelli, ehemaliger ICALA-B-Stipendiat (Consejo Buenos Aires), mit dem Titel: "El patrimonio librario de Diego de Anaya. (1357-1437). Su valor en la formación del humanismo español" erfolgreich fertiggestellt.

Inhalt: Dieses Werk befasst sich mit der Untersuchung des umfangreichen literarischen Erbes von Diego de Anaya (1357 - 1437), das derzeit zum größten Teil unter den Manuskripten der Universitätsbibliothek von Salamanca aufbewahrt wird und aus dem Colegio von San Bartolomé stammt. Diego de Anaya ist eine bedeutsame Figur der ersten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts. Die Charakteristika seiner Persönlichkeit und die verschiedenen Rollen, die er spielte, stellten ihn in dieser Zeit in den Mittelpunkt der politisch-kulturellen Szene. Als intelligenter Mann und Mäzen, der sich um die Bildung kümmerte, führte er nicht nur verschiedene Aufgaben zugunsten der Interessen der kastilischen Monarchie aus, sondern leitete auch mehrere Missionen im Ausland, die ihn zu einer wichtigen Figur in der spätmittelalterlichen Welt machten.

Diego de Anaya war ein Lehrer Heinrichs III. (1379-1406) und Ferdinand von Antequera (1380-1416), also der zukünftigen Könige von Kastilien und Aragonien. Er spielte eine zentrale Rolle innerhalb des Königlichen Rates von Kastilien und war einer der einflussreichsten Bischöfe am Hof von Johannes II (1405-1454). Er hatte auch enge Beziehungen zu Benedikt XIII. (1328-1423), der ihn 1407 zum wichtigen Sitz von Cuenca erhob. Er leitete die kastilische Delegation auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418), nahm aktiv an den Verhandlungen teil, die zum Ende des Schismas führten, und nahm an der Wahl von Martin V. (1369-1431) teil, von dem er das Erzbistum Sevilla erhielt und das Kollegium San Bartolomé (1401) gründete. Obwohl er eine der wichtigsten kastilischen Persönlichkeiten des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts war, wurde das Studium seines Lebens und seines Einflusses aufgrund der geringen Anzahl von Quellen weitgehend dem Forschungsinteresse überlassen.

Diese Untersuchung liefert neue Erkenntnisse über Werke, die für die Geschichte Spaniens und Amerikas so wichtig sind, wie El libro del Buen amor (ms. 2663), el Liber Sancti Jacobi (ms. 2631) oder la Historia de España de Alfonso X (ms. 2022) neben vielen anderen. Durch das Studium von fast vierhundert Manuskripten, von denen die meisten heute in der Universitätsbibliothek von Salamanca aufbewahrt werden, und von unveröffentlichten Quellen, ist das Werk nicht nur ein relevanter Beitrag zur Kenntnis einer wertvollen antiken Sammlung, sondern auch zum Verständnis des Einflusses von Diego de Anaya auf die nächste Generation humanistischer Intellektueller, die im sechzehnten Jahrhundert eine Blütezeit für das spanische Denken und die spanische Kultur eröffnen werden.

Neuerscheinung - "Fe en tránsito: Evangélicos chilenos en los tiempos de la desinstitucionalización", Fabián Bravo Vega

Im Rahmen seines C-Stipendiums hat Fabián Bravo Vega seine Dissertation zum Thema “Fe en tránsito: Evangélicos chilenos en los tiempos de la desinstitucionalización” abgeschlossen und im Januar 2020 publiziert:

Bravo Vega, Fabián, Fe en tránsito: Evangélicos chilenos en los tiempos de la desinstitucionalización. Concepción (CEEP Ediciones) 2020.

Inhalt: “Fe en tránsito: Evangélicos chilenos en los tiempos de la desinstitucionalización” von Fabian Bravo Vega ist ein Werk, das eine der interessantesten derzeitigen Debatten aufgreift. Das wissenschaftliche Modell, das die ersten Diagnosen der modernen Gesellschaft leitete, zeigte Religion als ein anderes Gebiet als die politische oder wirtschaftliche und ermöglichte gleichzeitig die Ausführung ambitionierter Hypothesen, die von der Wirkung fortschreitender Säkularisierung im Zuge der Modernisierungsprozesse in den westlichen Gesellschaften sprachen.

Die Reflexion über die Religiosität in modernen Gesellschaften bezieht sich auf den Einfluss und die Vermittlung einer Reihe von Phänomenen, die für die Postmoderne typisch sind, wie z.B. der Anstieg des Konsums, die Vorherrschaft der Technologie, die Hypertrophie der Individualisierung, die Erschöpfung des Publikums usw. Diese Wertschätzung führt zu einem Überdenken der Begriffe und Unterscheidungen zwischen sakral-profanen, transzendent-immanenten und religiös-spirituellen Aspekten, die die traditionelle Art und Weise des Denkens über Religion ausmachen.
Die Krise der Religion hat sich in einem Rückgang der traditionellen Praktiken und des Engagements manifestiert. Hinzu kommen die Medienskandale im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch und Korruptionsfällen, die die Legitimität der Institutionalität des Katholizismus und des Evangelikalismus, der wichtigsten Glaubenssysteme des Landes, schmälern.

Was geschieht in der Religiosität Lateinamerikas? Laut Bravo Vega hat der Katholizismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Rückgang von 94% und bis zu 69% im Jahr 2014 zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu haben die Evangelikalen im gleichen Zeitraum einen Anstieg von nur 1% auf 19% erlebt.

Dieses Verhalten im religiösen Bereich, das durch den Niedergang des Katholizismus, der besonders seit der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu beobachten ist, der Notfall des Evangelikalismus und der "Unzugehörigen", lässt eine Art religiöse Migration vermuten. Die Ursachen, die diesen Rückgang erklären, sind vielfältig, von der Forderung nach einer direkteren und individuelleren Verbindung mit Gott, einem anderen liturgischen Stil, der Suche nach einem stärker verinnerlichten Moral- und Wertesystem, einer Kirche, die mehr mit ihren Mitgliedern verbunden ist, dem aktiven evangelischen Proselytismus, Problemen persönlicher Natur wie z.B. Krankheiten usw. Ebenso stellt die Kategorie der "Unzugehörigen", die die Gruppe der Atheisten, Agnostiker und Unreligiösen bezeichnet, eines der repräsentativsten Phänomene dessen dar, was als Deinstitutionalisierung der Religion bezeichnet wurde, wobei Uruguay (24%), die Dominikanische Republik (18%), El Salvador (12%) und Chile (11%) die Länder mit dem höchsten Anteil in dieser Kategorie sind.

Neuerscheinung - Publikation im Rahmen des wissenschaftlichen Symposiums zum Thema Pfingstkirchen in Guatemala/Zentralamerika

Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Margit Eckholt und in Kooperation mit Bischof Rodolfo Valenzuela (Guatemala), fand vom 7. bis 9.8.2018 ein wissenschaftliches Symposium der Bischofskonferenz von Guatemala und der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema “Pfingstkirchen in Guatemala/Zentralamerika als Herausforderung für die katholische Kirche” in Guatemala statt.
Thema der Konferenz waren die Gründe der Entwicklung der Bewegung der Pfingstkirchen sowie die Bedeutung des Phänomens für die katholische Kirche. Die Publikation dieser wissenschaftlichen Fachtagung erschien im Verlag der Universidad Rafael Landivar:

Margit Eckholt/Rodolfo Valenzuela (Hg.), Las Iglesias pentecostales y los movimientos carismáticos en Guatemala y América Central, como desafío para la Iglesia católica, Ciudad de Guatemala (Editorial Cara Parens) 2019.

Publikationen der Kuratoriumsmitglieder

Margit Eckholt / Stefan Silber (Hg.), Heute in der Stadt den Glauben leben. Die
lateinamerikanischen Großstädte und die aktuellen Veränderungsprozesse in
Gesellschaft, Kultur und Religion. Schlussdokument (Projekt der
Wissenschaftliche Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben der Deutschen
Bischofskonferenz), Bonn 2013

Margit Eckholt / Stefan Silber (Hg.), Glauben in Mega-Cities.
Transformationsprozesse in lateinamerikanischen Großstädten und ihre
Auswir­kungen auf die Pastoral, Grünewald, Ostfildern 2014.

Margit Eckholt / Stefan Silber (Hg.), Vivir la Fe en la ciudad hoy. Las grandes
ciudades latinoamericanas y los actuales procesos de transformación social,
cultural y religiosa, 2 Bde., Ediciones Paulinas, Mexiko-Stadt 2014.

Margit Eckholt, Iglesia en la diversidad. Esbozo de una eclesiología
intercultural, Ediciones de la Universidad Alberto Hurtado, Santiago de Chile
2014

VIRGINIA R. AZCUY / MARGIT ECKHOLT (eds.), Citizenship – Biographien – Institutionen. Perspektiven lateinamerikanischer und deutscher Theologinnen auf Kirche und Gesellschaft, Zürich/Berlin (LIT) 2009.

Publikation des ersten deutsch-lateinamerikanischen Theologinnenkongresses, der im April 2008 in Buenos Aires in Kooperation von TEOLOGANDA, dem argentinischen Theologinnennetzwerk und AGENDA – Forum katholischer Theologinnen e.V. veranstaltet worden ist.

MARGIT ECKHOLT (ed.), gemeinsam mit Bernhard Casper und Thomas Herkert, „Clash of civilizations“ - oder Begegnung der Kulturen aus dem Geist des Evangeliums? Bernhard Weltes Impulse für den interkulturellen Dialog mit Lateinamerika, Münster (LIT) 2009.

Publikation der Tagung zur Feier des 40-jährigen Bestehens des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutschland, die im November 2008 in Kooperation mit der Bernhard-Welte-Gesellschaft und der Katholischen Akademie Freiburg durchgeführt worden ist: In dieser Publikation sind Texte von deutschen und lateinamerikanischen Mitgliedern des ICALA aufgenommen, die in den Spuren von Bernhard Welte theologische und philosophische Grundmomente des interkulturellen Dialogs skizzieren. Aufgenommen sind zudem Beiträge, die die Gründungsgeschichte und Entwicklung des Stipendienwerkes nachzeichnen.

MARGIT ECKHOLT / REGINA HEYDER (eds.), “In der Freiheit des Geistes leben”. Peter Hünermann im Gepräch, Ostfildern (Grünewald-Verlag) 2010.

In diesem Gesprächsband geht Peter Hünermann, der Mit-Gründer und langjährige Leiter des Stipendienwerkes, u.a. auf die Entstehungsgeschichte des Stipendienwerkes ein. Der Band ist ein lebendiges Zeugnis für eine kreative Zeit in Kirchen- und Theologie-geschichte, die sich vor allem an den wegweisenden Impulsen des 2. Vatikanischen Konzils orientiert.

Internationale Kongresse

VIRGINIA R. AZCUY / MARGIT ECKHOLT (Hg.), Citizenship – Biographien – Institutionen. Perspektiven lateinamerikanischer und deutscher Theologinnen auf Kirche und Gesellschaft, Zürich/Berlin (LIT) 2009.

Publikation des ersten deutsch-lateinamerikanischen Theologinnen Kongresses, der im April 2008 in Buenos Aires in Kooperation von TEOLOGANDA, dem argentinischen Theologinnen Netzwerk und AGENDA – Forum katholischer Theologinnen e.V. veranstaltet worden ist.

MARGIT ECKHOLT/SALOMÓN LERNER FEBRES (Hg.), Ciudadanía, democracia y derechos humanos. Reflexiones en vista a la conmemoracíon del Bicentenario de la Independencia. Quito-Ecuador (Abya-Yala) 2009. ISBN 978-9978-22-808-1

Publikation des ersten Seminars zur Erinnerung an das Bicentenario de la Independencia, das vom Kuratorium in Zusammenarbeit mit dem Consejo Lima im Februar 2007 veranstaltet worden ist.

MARGIT ECKHOLT/GUSTAVO ORTÍZ (Hg.), Ciudadanía y perspectiva de género. Reflexiones en vista a la conmemoración del Bicentenario de la Independencia (2), Quito, Ediciones Abya-Yala 2010.

Jahrbücher

MARGIT ECKHOLT (Hg.), Intercambio. Jahrbuch des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutschland, Bd. 1, 2006-2007, Münster (LIT) 2008.
MARGIT ECKHOLT (Hg.), Intercambio. Jahrbuch des Stipendienwerkes Lateinamerika-Deutschland, Bd. 2, 2008-2010, Münster (LIT) 2012.

Publikationen der Stipendiaten

Publikationen ab 2001bis 2007 (PDF)